2004 Köniz

Freitag, 3. September
Wo geht’s hier lang? war die erste Frage, die das Leiter- und Küchenteam beschäftigte, als sie am Freitagnachmittag zwischen 17′30 und 19′00 beim Pfadiheim Weiermattheim in Köniz eintrafen. Das Pfadiheim ist ganz hinten in Köniz gelegen und von der Bushaltestelle einen viertelstündigen Spaziergang entfernt. Damit sich keine Teilnehmer verirren würden, wurde der Weg von der Bushaltestelle aus mit einigen Kreidepfeilen markiert. Dennoch warteten Alwin, Ruben, Mättu und die beiden Köche noch eine ganze Weile ein bisschen nervös auf die Teilnehmer. Schliesslich trudelten nach und nach fast alle erwarteten Jungs und Mädchen ohne grosse Schwierigkeiten ein; nur einige motorisierte unter ihnen fuhren ein paar überflüssige Runden im Quartier. Kaum waren die Rucksäcke abgestellt, begann schon vor dem Eingang ins Pfadiheim ein ununterbrochenes Geplapper der Teilnehmer, das sich auch am Esstisch bei einem leckeren, aber scharfen Gulasch zur Stärkung nahtlos fortsetzte. Offenbar gab es soviel zu erzählen, dass auch zwei Stunden nach erfolgter Zimmereinteilung und Information schwatzende Grüppchen im und um das Pfadiheim verstreut waren. Weil niemand als erster zu Bett gehen wollte, wurde es wieder einmal sehr spät….

Samstag, 4. September
Was, schon aufstehen? mögen sich die meisten gefragt haben, als sie zwischen halb acht und acht Uhr aus dem Schlafsack krochen, um das auf acht Uhr angesetzte Frühstück nicht zu verpassen. Aber verpasst hat schliesslich niemand das Frühstück, auch nicht die Langschläfer- denn es blieb bis nach neun Uhr stehen, weil sich auch die verantwortliche ämtligruppe verspätet hatte. Das Warten auf die restlichen Teilnehmer, die mittags eintreffen würden, fiel allen leicht; man vertrieb sich die Zeit mit Ballspielen draussen, Uno spielen zu Tisch und abermals schwatzen. Mittags wurde bei strahlendem Wetter ein kleines Aperitif- Buffet mit Salzstängeli, Salznüssli und einer leckeren Boule angerichtet. So begrüsste man die Neuankömmlinge und bezog sie rasch mit ein in das allgemeine Durcheinander. Als um zwei Uhr nachmittags endlich der Spieleparcours gestartet wurde, waren alle in Gesprächen und Spielen vertieft und ihre Aufmerksamkeit war nur schwer zu gewinnen. Schliesslich konnten doch noch neun Dreier- und Zweiergruppen gebildet werden und der Kampf um Punkte an verschiedenen Posten konnte losgehen. Die Geschicklichkeit der Teilnehmer bei der Erfüllung ihrer Postenaufgaben war aber derjenigen der Postenbetreuer im Organisieren der Gruppenzirkulation überlegen, was zwischendurch (oder sogar immer?) für ein kleines Chaos sorgte. Dass einige der Teamer sogar zwei Posten zugleich verwalten mussten, war sicherlich nicht besonders hilfreich dabei… Dennoch verlief der Parcours doch einigermassen gut und brachte die Jugendlichen unter der heissen Nachmittagssonne zum Lachen und Schwitzen. Gut verständlich, dass danach viele ein dringendes Abkühlungsbedürfnis verspürten und das nahe gelegene Freibad von Köniz unsicher machten. Dort demonstrierten die Wasserratten sich gegenseitig Schwimm- und Sprungkünste am bis zu zehn Meter hohen Sprungturm oder vergnügte sich beim Beachvolleyball. Andere wiederum bräunten sich lesend oder plaudernd auf der Liegewiese, während unweit davon entfernt ein paar Andere auf einem überdimensionalen Spielfeld mit riesigen Figuren Schach spielten. Um 19′00 erschienen schliesslich alle zum Nachtessen im Pfadiheim. Schlicht von einem Nachtessen zu sprechen wäre aber viel zu wenig gesagt; vielmehr müsste man von einem fürstlichen Mahl reden, denn es gab ein fünfgängiges Menü mit lauter Leckerbissen. Obwohl einige Gänge recht ungewöhnlich waren (es gab Dessert vor dem Hauptgang, Käseplattte mit Früchten etc.) mundete das Essen allen sehr gut und wurde restlos verputzt. Die Verdauungszeit vertrieb man sich anschliessend beim Abwaschen, Uno Spielen und Diskutieren. Als es schon lange dunkel war, machten einige ein grosses Lagerfeuer vor dem Pfadiheim, wo Alwin um ca. 23′00 schmackhafte Schoggibananen für alle zubereitete. Wer wieder Appetit hatte, schlug sich den Bauch mit warmer Banane und Schokolade voll… Die Stimmung am Feuer mit einem kühlen Bier in der Hand war so gemütlich, dass die meisten geradezu Nachtaktiv wurden und bis frühmorgens rund ums Feuer oder an den erleuchteten Klapptischen plauderten und tranken. Einige überlegten sich sogar, einfach die ganze Nacht wachzubleiben. Der Schlaf überwältigte schlussendlich doch alle und zwang sie in die Schlafsäcke….

Sonntag, 5. September
Sonntagmorgens schläft man aus. Dieses ungeschriebene Gesetz berücksichtigte das Leiterteam an diesem Morgen und setzte das Frühstück um 9′00 an. Trotzdem verschliefen einige und verpassten das Frühstück. Kein Wunder in Anbetracht der vergangenen Nacht… Aber um halb zehn Uhr war fertig mit lustig, denn schliesslich musste das Heim geräumt und geputzt werden. Das gestaltete sich dank der fleissig anpackenden Hände aller zum Glück sehr gut und zeitig konnte das Pfadiheim am Mittag abgegeben werden. Damit war das Weekend aber noch nicht zu Ende! Ein letztes Highlight erwartete die Teilnehmer an der Aare bei Bern. Das Gepäck zur Hand, fuhren alle mit dem Bus von Köniz hinunter auf den Campingplatz und beliebte Liegewiese Eichholz an der Aare. Dort erwartete sie Ruben, der ein lauschiges Plätzchen gesichert und ein Feuer vorbereitet hat. Auch ein grosses Picknick mit Gemüse, Früchten und Würstchen sowie Brot und Saucen erwartete die mittlerweile ganz hungrigen Teilnehmer. Der Abschluss des diesjährigen Jugehörigweekends gelang beim Baden in der Aare, Spielen und geselligem Zusammensein bei praller Sonne perfekt. Erschöpft, aber zufrieden machten sich die Jugendlichen nach einem abschliessenden Gruppenfoto um halb fünf Uhr auf den Weg nach Hause in die ganze Schweiz. Hoffentlich finden jene, die dabei waren, diesen Bericht unvollständig- schliesslich ist es zu wünschen, dass an einem solchen Weekend un-beschreiblich viel passiert.

Autor: Ruben Rod

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