2006 Yverdon-les-Bains

18.30 Uhr, noch ist es ruhig ums Pfadiheim in Yverdon. In einer halben Stunde geht’s offiziell los. Letzte Details wie z.B. ob unsere weiblichen oder männlichen Gäste das WC mit dem Fenster benutzen dürfen werden noch besprochen. Natürlich überlassen wir es den Frauen, ihre täglichen Geschäfte in Begleitung mit dem Sonnenlicht zu erledigen.

Die Spannung steigt, wo bleiben nur die ersten Teilnehmer? Hoffentlich finden alle den Weg vom Bahnhof zum Pfadiheim. Erwartungsvolle Blicke in Richtung Tür bereits beim kleinsten Geräusch eines blinden Regenwurms, welcher frontal ins Tischbein rennt. Der Arme, hoffentlich hat er sich nicht wehgetan. Nun ja, er kriecht bereits wieder weiter, wenn auch noch etwas benommen. Wie auch immer, dank diesem kleinen Wicht haben wir es doch tatsächlich verpasst, die ersten Teilnehmer herein zu bitten! Endlich, das Weekend kann beginnen.

Bis unsere zwei Gourmet-Köche das Abendessen bereitgestellt haben, vergnügen sich die nun nach und nach eintreffenden Teilnehmer mit Begrüssen, Kennenlernen, Frisbeespielen etc. bis auch die letzten ein grosses Loch im Bauch bekommen und man das Gefühl hat, überall Hunde und Wölfe knurren zu hören. Zum Glück ist das Pfadiheim bestens ausgestattet und alle finden an einer langen Tafel genug Platz um sich ihre Bäuche mit feinsten Maccaroni voll zu schlagen. Natürlich werden auch hier die Teilnehmer bereits gefordert. So müssen sich alle für eine der drei leckeren Saucen oder keiner (was aber den Umständen entsprechend schlichtweg idiotisch wäre), entscheiden. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Strategien zu beobachten, welcher sich die Teilnehmer zur Lösung des Problems bedienen. Dazu möchte ich aber nicht weiter darauf eingehen, da dies die Länge des Berichts sprengen würde. Während dem Essen ist es bereits dunkel geworden und viele Kerzen lassen uns in eine bezaubernde Atmosphäre eintauchen. Viele sitzen noch am Tisch, während sich das erste Abwaschteam bereits den Kopf zerbricht wie man diese “aus-zeiten-dazumals”-Geschirrspülmaschine zum laufen bringt.

Das Abendprogramm steht ganz in der Phantasie der Teilnehmer und es ergeben sich spannende, lustige, hypothetische, kopfzerbrechende, melodiöse und feurige Diskussionen über sowohl alte wie auch neue Zeiten, Ausbildungen, Arbeit, Regenwürmer, Autofahren, Filme, Kochen und und und….

Letzte Weisung des Organisationsteams: Frühstück um 9.30 Uhr!

Wie auf einem Maskenball siehts aus. Da hat es grosse Augen, müde Augen, rote Augen, verschlafene Augen, breite Augen, ja sogar geschlossene Augen. Aber eins muss man sagen, es sind alle da, wenn auch zum Teil nur physisch. Dies ist aber kaum von Belang. Spätestens beim zweiten Blick auf das leckere Morgenbuffet kriegen auch die müdesten ihre Augen nicht mehr zu. Da steht doch tatsächlich ein Buffet, neben welchem das eines drei-Sterne-Hotels glatt verblassen würde. Alles steht bereit, das Spektrum reicht von A wie Apfelstückchen aus dem Müesli über K wie Kaffe vorbei zu R wie Rührei à la Chefkoch bis hin zu Z wie zauberhafte Bratwürstchen! Derart gut verwöhnt, steht einem wunderbaren Tag nichts mehr im Weg.

Drei freiwillige Workshops stehen auf dem Programm: Jonglieren, Tanzen und Entspannung/Massage.
Gestartet wird mit selbst gebastelten Jonglierbällen. Für viele ein bisher völlig unangetastetes Gebiet. Doch dank den Anweisungen und Tipps von zwei jugehörig-Leitern gelingt es hier und da schon bald zu recht spektakulären Kunststücken und Fortgeschrittene probieren sich bereits an Ringen, Diabolos, Pois, Devilsticks, Stabdrehen und Keulen oder gar ein Passing zu zweit! Ob gleichzeitig mehr Bälle in der Luft oder am Boden sind, ist während den fast zwei Stunden kaum auszumachen. Fakt ist aber, dass sich danach alle gierig auf die bereitgestellten Teekrüge stürzen und ihre wohlverdiente Pause geniessen.

Acht Tanzpärchen wagen es, erste Schritte im eigens umfunktionierten Tanzsaal des Pfadiheimes zu wagen. Zuerst eine kurze theoretische Einführung bei welcher die Männer ein breites Grinsen auf dem Gesicht haben. Dürfen sie doch beim Tanz bestimmen was wo lang geht. Aber aufgepasst, dass heisst natürlich auch sie sind verantwortlich, wenn was schief geht! Doch dank des professionellen Instruktors aus eigenen Reihen schwingen schon alle gekonnt das Tanzbein im Takt und wer weiss, vielleicht sehen wir die eine oder andere Person schon bald mal bei einem unserer Tanzkurse.

Beim Entspannungs- und Massageworkshop war ich leider nicht dabei, doch den Gesichtern nach zu urteilen, war er sicher recht angenehm und das Ziel erreicht.

Vor dem Abendessen keimt noch kurzfristig die Idee, sich im See abzukühlen. Kurzerhand stehen alle erwartungsvoll am Ufer. Wer wird sich wohl als erstes dieser, im wahrsten Sinne des Wortes, Abkühlung ausliefern? Zuerst gilt es aber geduldig abzuwarten bis die majestätischen Schwäne im Schneckentempo, wie als ob sie genau wissen, dass wir hier rein springen wollen, aus der Bucht schwimmen.

Der Rest des Abends gestaltet sich ähnlich wie tags zuvor mit einem feinen Abendessen, spielen, gemütlich am Feuer sitzen etc.

Letzte Weisung des Organisationsteams: Frühstück um 8.00 Uhr!

Zitternd und nervös stehen alle am See. Noch ein paar letzte Instruktionen und los geht’s! Die ersten Versuche fallen wortwörtlich ins Wasser. Doch schon beim zweiten Anlauf gelingt es den Meisten und alle fühlen es, das beinahe unbeschreibliche Erlebnis, auf eigenen Füssen über das Wasser zu rasen. Genau, wir sind hier beim Wasserskifahren! Das frühe Aufstehen hat sich einstimmig gelohnt. Ständig ist das Motorboot unterwegs, uns nach einem unkontrollierten Manöver oder was auch immer einzusammeln. Sogar der Hund der Wasserskiclub-Besitzer hat seine Freude daran und springt tatsächlich aus dem in voller Fahrt dahinrasenden Motorboot. Danach darf er allerdings nicht mehr mitfahren…

Viel zu schnell geht die Zeit vorbei, doch noch erzählen sich alle vom Erlebnis auf dem Wasser, während wir gemütlich auf einer Wiese direkt am Strand das Mittagessen und das wunderbare Wetter geniessen. Besser könnte das Weekend nicht ausklingen und so machen sich gegen Abend alle müde, aber voller schöner Erinnerungen, auf den Heimweg und träumen sicher schon vom nächsten Jahr.

Autor: Alwin Sutter


5. Jugehörig-Weekend 2006 Yverdon-les-Bains (42 photos)
26 August 2006, Yverdon

  
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